© Copyright World Air News  Last Update 20.10.2003

 

  DOWN

SATT – SOCIETE ANTILLAISE DE TRANSPORT TOURISTIQUE

 

Anfangs 1977 gründeten einige Hotelbesitzer auf den Französischen Antilleninseln Guadeloupe und Martinique die Société Antillaise de Transport Touristique (SATT). Als Geldgeber konnte dabei auch die in Mulhouse ansässige Association Le Point, respektive deren Präsident Maurice Freund gewonnen werden. Le Point war eine genossenschaftlich orientierte Jugendorganisation, welche auch den Gedanken der Entwicklungshilfe pflegte.

Als eigentlicher Reiseveranstalter trat Le Point ab 1974 auf, dies mit eigenen Charterflügen mit der Balair und der Genfer SATA, hauptsächlich ab Zürich nach Zielen in Westafrika und Lateinamerika. Von 1974 bis 1977 konnten die Passagierzahlen von anfänglich 3'000 pro Jahr auf das Zehnfache vergrössert werden. So war es eigentlich nur logisch, dass Le Point nun die meisten Charteraufträge der neuen SATT übertrug, welche zwischenzeitlich mit einer ehemaligen Pan Am Boeing 707-321B den Betrieb aufgenommen hatte. Am 8 Juli 1978 landete SATT erstmals auf dem Flughafen Basel-Mulhouse und flog im Auftrag der SATA Gastarbeiter nach dem spanischen Santiago de Compostella.

Für 1979 plante SATT gegen 80 Flüge ab Basel-Mulhouse und Paris-Orly nach Lima, welche auch von den Behörden genehmigt wurden. Zusätzlich erhielt die Airline eine Bewilligung für Flüge ab Basel-Mulhouse nach Pointe-à-Pitre und Guatemala-City sowie von Pointe-à-Pitre nach Caracas und nach allen europäischen Destinationen ausserhalb Frankreichs. Damit hatte SATT ein erstes Ziel erreicht, nämlich das Brechen des seit Jahren bestehenden Monopols der Air France für Flüge ab Europa und Lateinamerika von und nach den Französischen Antillen. Bereits im Winterhalbjahr 1978/79 flog SATT ab Basel-Mulhouse neben Pointe-à-Pitre und Lima auch Marrakech an. Auf den Langstreckenflügen musste  allerdings wegen er noch zu kurzen Hauptpiste jeweils in Lissabon eine technische Zwischenlandung einlegt werden. Nach der Inbetriebnahme der auf 3'900 Meter verlängerten Start- und Landebahn des Flughafens Basel-Mulhouse erfolgte am 2. Januar 1979 der erste direkte Langstreckenflug der SATT nach Pointe-à-Pitre. Für die Sommersaison 1979 wurde eine zweite Boeing 707-321B beschafft, so dass folgendes Wochenprogramm geflogen werden konnte:

 

Montag:            Basel-Mulhouse – Lima – Mexico-City

Dienstag:          Basel-Mulhouse – Lima

Mittwoch:          Paris-Orly – Lima

Samstag:          Basel-Mulhouse – Pointe-à-Pitre

                        Basel-Mulhouse – Genève – Pointe-à-Pitre

Sonntag :          Basel-Mulhouse – Athen

                        Beauvais – Athen

                        Brüssel – Pointe-à-Pitre

 

Ab Mitte Oktober 1979 flog SATT auch für Imholz-Reisen ab Zürich-Kloten nach Pointe-à-Pitre und im Dezember desselben Jahres fanden mehrere Flüge zwischen Basel-Mulhouse und Dakar statt, dies allerdings aus verkehrsrechtlichen Gründen mit Flugnummern der Air Senegal.

Bald einmal wurde allerdings das Unternehmen durch unzufriedene Kunden, die ihre Aufträge stornierten, in eine Krise gestürzt. Sogar Maurice Freund zog seine finanzielle Beteiligung am Unternehmen zurück. Wegen ausstehenden Rechnungen (Landetaxen und Treibstoff) lies die Direktion des Flughafens Basel-Mulhouse am 8. März 1980 beide Maschinen an die Kette legen. Allerdings gewährten die Behörden der SATT eine dreimonatige Sanierungsfrist, doch betrugen die Schulden bereits über 35 Millionen französische Francs. Mitte Juni trat das gesamte Personal in einen Streik. Damit war das Ende der SATT gekommen und die Flüge nach den französischen Antillen übernahm nun wieder die staatliche Air France ab Paris-Orly und diejenigen nach Lima die Balair ab Zürich-Kloten.

 

 

Flotte:

 F-OGIV  Boeing 707-321B
 F-OGIW     Boeing 707-321B
 
 

  UP