© Copyright World Air News Last Update 17.01.2004
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POINT AIR |
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POINT AIR Mitte Oktober
1980 konnte die Association Le Point einer der zwei auf dem Flughafen
Basel-Mulhouse beschlagnahmten, aus Beständen der SATT (Société
Antillaise de Transport Touristique) stammenden, Boeing 707-321B für rund
2,2 Millionen US-Dollar erwerben. Als Clubflugzeug sollte sie ab Lyon und
Basel-Mulhouse nach dem westafrikanischen Ouagadougou fliegen. Wochen später
bereits erhielt man von den französischen Behörden die Genehmigung zur
Durchführung von Flügen mit Clubmitgliedern, ähnlich dem System das
African Safari Clubs (ASC) oder den damaligen amerikanischen Travelclubs.
Für einen Retourflug nach Ouagadougou wurden 1500 französische Francs
verlangt. Air Afrique und die französische UTA verlangten allerdings 7500
Francs. So kam es natürlich bereits am Anfang zu massiven Problemen,
verweigerte doch die Air Afrique dem
Neuling in Ouagadougou die Abfertigung, so dass die Passagiere beim
Erstflug die Boeing 707
über Notleitern verlassen mussten. Trotzdem wurde weiter geflogen, doch
hatten nun die französischen Behörden der Point Air endgültig „den
Krieg erklärt“: Nach jeder Landung auf einem französischen Flughafen
musste die Maschine weisungsgemäss einer technischen Inspektion
unterzogen werden. Die
definitive Betriebsgenehmigung erhielt das Unternehmen im April 1981.
Jetzt durfte sich die Fluggesellschaft auch offiziell Point Air nennen und
auch Aufträge von Dritten entgegennehmen. Neben der Association Le Point
gehörte die Point Air auch der Groupe Mixte de Transport Touristique (GMTT),
einer Vereinigung zahlreicher Kleinaktionäre aus dem Freundeskreis des
Maurice Freund. Neu wurden jetzt auch Flüge nach Lomé, Neu Dehli, Athen
und anderen Mittelmeerdestinationen durchgeführt. Als erster
Schritt zur Erneuerung der Flotte wurde aus Beständen der amerikanischen
Capitol Airlines eine Douglas DC-8-61 erworben. Mitte 1982 konnte mit der
Erlangung von Verkehrrechten nach der Insel La Réunion ein weiterer
Erfolg verbucht werden. Allerdings stellten die Behörden wiederum harte
Bedingungen, konnte doch vorerst nicht ab Paris-Orly geflogen werden und
pro Flug durften nur 50 Prozent der Passagiere französischer Nationalität
sein. Pläne für Flüge nach Tahiti konnten ebenso wenig realisiert
werden, wie der Kauf einer Douglas DC-10-10 aus Beständen der bankrotten
Laker Airways. Bis 1987 flog Point Air ab Basel nach Athen, Heraklion, Tel
Aviv, Istanbul, La Réunion sowie Ouagadougou. Im Februar
1987 wurde der Point Air vom französischen Luftamt ein Flugverbot
erteilt, worauf sie alle Flüge mit eingemieteten Maschinen durchführen
musste. Angeblich lagen Verstösse gegen die Sicherheit vor, und auch das
Personal soll nicht über die nötigen Ausbildung verfügt haben.
Ausserdem soll der Fracht- und Gepäckverlad mangelhaft durchgeführt
worden sein. Dabei handelte es sich jedoch um die damals üblichen
Schikanen der französischen Behörden, die damit einmal mehr die Air
France protegieren wollten. Am 25. März 1987 konnte nach einer
aufgezwungenen Reorganisation der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.
Maurice Freund musste allerdings das Unternehmen verlassen, nachdem er
wiederholt die staatlichen Machenschaften öffentlich angegriffen hatte. Bereits Ende
1985 hatte Point Air eine DC-8-71 erworben, um die Boeing 707 ersetzen zu
können. Diese wurde an eine Tochtergesellschaft in Burkina Faso verkauft,
wo sie unter dem Namen Naganagani, was soviel wie „weitfliegender
Vogel“ heisst, im Passagierverkehr eingesetzt wurde. Für die
Sommersaison 1988 wurde ausserdem der Kauf von zwei McDonnell-Douglas
MD-83 ins Auge gefasst. Durch das Flugverbot und die fällige Überholung
der Douglas DC-8-61 entstanden der Point Air innert kürzester Zeit
Schulden von über 20 Millionen französischen Francs. Bereits im Mai 1987
konnte sich die Airline nur noch mit Hilfe eines kanadischen Geldgebers (Nationair
Canada) über Wasser halten, und viele Flüge mussten an andere
Gesellschaften abgetreten werden. Noch vor dem Jehresende musste die
Bilanz hinterlegt und die Douglas DC-8-61 an Nationair verkauft werden.
Die Behörden verweigerten nun der Point Air einmal mehr die Bedienung der
französischen Uebersee-départements, so dass die
Konkurenzgesellschaft Minerve einspringen
musste. Zusammen mit diesem Unternehmen und mit einigen elsässischen
Banken eine Auffanggesellschaft
zu gründen, schlug allerdings fehl. Verschiedene Airlines aus Frankreich und Europa wollten jedoch die Point Air übernehmen, so dass ein Handelsgericht in Mulhouse entschied, die belgische TEA (Trans European Airways) solle Personal sowie die gesamte Hypothek für die Douglas DC-8-71 in der Höhe von 27 Millionen französische Francs übernehmen. Es gab nun Pläne zur Gründing einer Trans Express Alsace Réunion (TEAR), welche mit der verbliebenen Douglas DC-8-71 und zu einem späteren Zeitpunkt mit Boeing 737-300 und Airbus A310-300 fliegen sollte. Zu diesem Zwecke wäre auch in Basel-Mulhouse ein Wartungszentrum für die damals aufstrebende TEA-Gruppe entstanden. Doch die Zivilluftfahrtsbehörden in Paris entschieden am 27. Januar 1988 zu Gunsten einer rein französischen Lösung mit der Minerve, welche die Point Air mitsamt 60 Prozent ihres Personals übernahm. Am 1. März 1988 war auch die Association Le Point am Ende und musste Bankrott erklären. Als Nachfolgeorganisation wurde etwas später die „4A Sans Frontièrs“ ins Leben gerufen, deren Projekte jedoch allesamt im Sande verliefen. Neidische Konkurrenz und Schikanen der Behörden haben der Point Air den Todesstoss gegeben. Trotz der fehlenden Erfahrung im Flugreisegeschäft haben SATT und Point Air vielen als Wegbereiter des Charter- und Langstreckenverkehrs ab dem heutigen EuroAirport gedient. So flogen Air France oder auch Air Liberté noch weitere Jahre lang nach den französischen Antillen und La Réunion. Auch die spätere Jet Alsace, respektive Transalsace wäre wohl nie gegründet worden. Nicht zuletzt die TEA Switzerland ist aus der Idee der damaligen belgischen TEA hervorgegangen und aus den verschiedenen Niederlassungen der Association Le Point entstanden verschiedene Reiseveranstalter, welche auch heute noch zum Teil das trinationale Einzugsgebiet des EuroAirports für Ferienflüge nach Fernzielen beackern.
Flotte:
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